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Musik Aktuell news THE VINCENT BLACK SHADOW - - 25.08.2006 19:21:00
DustofWings


Ein Name, der Fragen aufwirft. Des Rätsels Lösung ist folgende: The Vincent Black Shadow ist ein amerikanisches Motorrad der Vierziger. Sein Erbauer Philipp Vincent stellte eine ganze Reihe verschiedener Marken her, sie trugen Namen wie The Vincent Black Lightning, The Vincent Black Widow und eben The Vincent Black Shadow. In seinem Buch „Fear And Loathing In Las Vegas“ schrieb Hunter S. Thompson, Erfinder des Gonzo-Journalismus, seitenweise über dieses Wunderwerk der Technik. Das Kraftrad war superschnell, eigenwillig konstruiert und besaß dazu einen unverwechselbaren Look, mithin perfekt, um Hunter S. Thompson zu faszinieren.

Rob Kirkham, der Gitarrist und Komponist des gleichnamigen kanadischen Quintetts, stieß während der Lektüre des Kultbuchs „Fear And Loathing In Las Vegas“ auf dieses eindrucksvolle Motorrad. „Der Klang des Namens begeisterte mich. Zugleich ist The Vincent Black Shadow auch ein Tribut an Hunter S. Thompson, ein Mann, der den Journalismus nach eigenen Regeln betrieb“, erläutert Rob und fährt fort, „mit meiner Musik versuche ich ebenfalls, so originell wie möglich zu sein. Warum sollen wir das Gleiche wie alle anderen machen?“ Die Band aus Vancouver setzt auf Abwechselung.
„Wir wollen nicht kategorisierbar sein, weder als Rock-, Gothic- oder Popband“, so Rob. „Ich hasse es, einen Song zweimal zu schreiben. Jedes meiner Lieder hat einen anderen Stil und einen anderen Rhythmus.“

Mit ihrem Debütalbum „Fears In The Water“ spannen The Vincent Black Shadow den Bogen ungewöhnlich weit. „Don´t Go Soft“ ist beispielsweise eine langsame Ballade im Stil der Fünfziger, abgerundet von opulenten Streicher- und Pianoklängen. Mit seinem kühlen Sound reflektiert der Titelsong „Fears In The Water“ Einflüsse der kanadischen Rock-Ikonen Rush einerseits und dem eigenwilligen Stil Mike Pattons andererseits.

"House Of Tasteful Men“ erscheint als swingender Big-Band-Song mit deftigem Rock´n´Roll im Hintergrund. „Ghost Train Out“ schließlich ist eine Country-Ballade mit Pedal Steel Guitar und Johnny-Cash-Feeling. „All diese Nummern scheinen Gegensätze zu sein,“ sagt Kirkham, „aber sie werden von denselben Menschen gespielt und passen irgendwie zueinander.“ Zusammengehalten wird diese verblüffende Vielfalt von Robs kompositorischer Handschrift und der eindrucksvollen Stimme Cassandra Fords.

Die zierliche Vokalistin erhielt ihre Gesangsausbildung in einem Nonnenkloster auf der englischen Isle Of Wight. 2002 wollte eine philippinische Plattenfirma sie zum Star aufbauen, doch nach acht Monaten hatte sie die Nase voll vom seichten Kaugummi-Pop. Sie kehrte nach Vancouver zurück, wo sie mit Rob, seinen beiden Brüdern Chris (Bass/Gesang), Anthony (Schlagzeug) und Mary Ancheta (Tasten) The Vincent Black Shadow gründete. Rein äußerlich mag Cassandra als graziles Persönchen erscheinen, in Wahrheit ist sie eine taffe Frau mit einer imponierenden Stimme, die zwischen Amy Lee (Evanescence), Debbie Harry (Blondie) und Shirley Bassey rangiert. Als Texterin hat Cassandra Ford einen Faible für Makaberes, ihr „Letters To No One“ handelt vom Tabu des Selbstmords; für „Surgery“ schrieb sie über die massenhafte Bereitschaft der Menschen, sich unters Messer zu legen, um (vermeintlich) besser auszusehen; mit „Metro“ demaskiert sie eine Gesellschaft, die fast komplett unter stimmungsaufhellenden Psychopharmaka und anderen legalen Drogen steht; für „Don't Go Soft“ beschreibt sie schließlich ihre Fantasie, einem Herzensbrecher das Herz buchstäblich in zwei Hälften zu schneiden. Man sieht also, Cass Ford ist eine Dame mit Hang zur dunklen Seite des Lebens.

Musikalisch sind die Kirkham-Brüder erblich vorbelastet, Vater Ray ist seit vierzig Jahren Trompeter im Vancouver Sinfonie Orchester. Auch auf „Fears In The Water“ ist der Miles-Davis-Fan zu hören. Wie Ray hält auch Sohn Rob nichts vom gängigen Charts-Futter. „Einen durchschnittlichen Popsong könnte ich in fünf Minuten schreiben. Aber brauchen wir noch mehr Lieder über Liebe und Politik?“, fragt Robbie. Der kreative Kopf sieht The Vincent Black Shadow als Band ohne Vorbild. „Es sind die Gruppen, die ihren eigenen Weg finden, die am Ende überleben“, hat er festgestellt.

Um noch einmal auf Hunter S. Thompson zurück zu kommen, würde Rob die Lieder von The Vincent Black Shadow „Gonzo Musik“ nennen? „Wir schreiben unsere eigenen Regeln, deshalb könnte man uns durchaus unter Gonzo Musik einordnen.“

Links: http://www.myspace.com/tvbs, www.bodogmusic.com/artists/the-vincent-black-shado
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